Jede Wende - ein Anfang. Die Welt verändert sich - wie gehen wir damit um? Theologisch-ethische Analyse gegenwärtiger Transformationen
Volkshochschule Inzigkofen, Kurse mit Übernachtung und Verpflegung
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Kursbeschreibung
Nicht nur die „Welt“ sondern auch das Wort „Welt“ verändert sich
Wenn wir sagen „Die Welt verändert sich“, dann gehen wir auch davon aus, dass sich das Wort „Welt“ verändert. Wir befinden uns in „Welt“, aber es ist doch ein großer Unterschied, ob wir damit „Natur“, „Umwelt“, „Weltzeit“, „saeculum“, „Gesellschaft“, „Globus“ oder „Weltall“ meinen. „Welt“ wurde auch einmal als Abkehr von „Gott“ und sogar als „Hort des Bösen“ denunziert. Es sollte bei den Christen nicht sein „wie in der Welt“, vielmehr „soll Frieden sein, nicht, wie die Welt ihn gibt“. (Joh 14,27) „Weltentsagung“, „Entweltlichung“ (Papst Benedikt XVI) wurde für ein religiöses Leben zu einem Leitbild, und dies wurde „autoritär“ durchgeführt.
Umgekehrt: Von Tübingen ausgehend wurde ein „Weltethos“ zum Projekt. „Weltethos wurde oft mit „Global Ethic“ übersetzt, und es schien zu der Zeit der „Globalisierung“ der „freien Markt-Wirtschaft“, d.h. zur Idee des ungehinderten Wirtschafts-Transfers und der Beschleunigung des Fortschrittes zu gehören. Aber gerade in der Welt-Wirtshaft verändert sich seit 2025 die Welt, von der Zoll-Willkür beschleunigt, unterliegt die Wirtschaftsfreiheit dem Macht-Kalkül.
Ungebändigter Kapitalismus ist menschenverachtend und umweltgefährdend. Aber auch die Wiederkehr des Imperialismus, des schrankenlosen Krieges, der sich nicht um Völkerrecht und Menschenrechte kümmert, treibt die Welt in eine Wende. Die in evangelikalen und anderen Bibelauslegungen angekündigte „Vision von einer letzten Schlacht“ („Armageddon – Apk 16,16) hat zwar nichts mit einer historisch-kritischen Lektüre biblischer Texte zu tun, aber das kümmert die Propagandisten nicht.
Die Demokratie als Muster der staatlichen Gewaltenteilung von Recht, Gesetzgebung und Verwaltung steht in Frage. Übrig bleibt dann nur der „Plebiszit“, bei dem die zugelassenen Fragen die Antworten regieren. Der demokratisch geregelte Interessensausgleich und die mögliche Partizipation aller an den sie betreffenden Entscheidungen werden zugunsten eines neuen Macht-Zentralismus zurückgedrängt. Bürgerrechte werden aufgeteilt und unter Vorgabe von historischen Schein-Kriterien eingeengt. Menschenrechte, auf die sich die Welt in der UNO verständigt hat, sind nicht mehr „first“, d.h. nicht mehr vorrangig, weder innerstaatlich noch überstaatlich.
Wie gehen wir damit um?
Komplexe Auswege – versperrte Zugänge - neue Chancen?
Während die Selbstbestimmung steigt, nimmt die Fremdbestimmung zu? Wie finden wir hier einen Ausgleich?
Die technische Erleichterung annehmen, aber die Total-Verwaltung unseres Lebens einschränken?
Das Individuelle im Sozialen - wie wollen wir selbst leben, fühlen, denken, verstehen?
Leitung: Prof. Dr. Dietmar Mieth, Bochum
Beginn: Montag, 13:00 Uhr
Ende: Samstag, nach dem Frühstück
Die Volkshochschule bietet im restaurierten ehemaligen Kloster Inzigkofen auch Unterkunft und Verpflegung an (Preise pro Person):
Doppelzimmer 295,00 € / 370,00 € (ohne/mit DuWC)
Einzelzimmer 320,00 € / 395,00 € (ohne/mit DuWC)
www.vhs-i.de
Kursinformationen
Parkweg 3
72514 Inzigkofen