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Agil in der Agilitäts-Werkstatt

12.06.2017
Rückblick auf den Fachtag "Führen ohne Führung - Bildungsorganisationen im Wandel" vom 01.06.2017

Führen ohne Führung ist eines der Schlagwörter agiler Organisationen und steht für die radikale Veränderung der Arbeitsorganisation. Was bedeutet dies für die Arbeit und Organisation von Bildungsunternehmen? Wie kann, wird oder muss sich auch hier die Organisation der Arbeit verändern?

Zur Klärung dieser Fragen hat das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gemeinsam mit den Regionalbüros für berufliche Fortbildung Esslingen, Stuttgart, Neckar-Alb und Tuttlingen den Fachtag „Führen ohne Führung – Bildungsorganisationen im Wandel“ am 1. Juni veranstaltet. Eingeladen waren Führungskräfte und Mitarbeitende der Netzwerkmitglieder sowie deren Dozenten und Referenten. Stattgefunden hat die Veranstaltung in den Räumen der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg in Stuttgart.

Konzipiert und moderiert wurde die interaktive Veranstaltung von Martina Eipper und Elke-Maria Rosenbusch von der Wendepunkt Kooperation, eine Netzwerkkooperation, die mittelständische Unternehmen in der Transformation zur Agilität berät und begleitet.

Fragen stellen, sich einbringen, zuhören, im Austausch sein und Veränderungsimpulse für agile Prinzipien aufnehmen, waren Kennzeichen der gelungenen Veranstaltung.

Ein Pecha Kucha zu „Agilität – New Management“ stellte in inhaltlichen Essenzen agile Prinzipien und Denkweisen vor. Denn: In der digitalisierten Welt mit ihren dynamischen Märkten und veränderten Kundenanforderungen zukunftsfähig sein und kraftvoll bestehen – das ist die Vision. Das Akronym VUCA steht dabei für eine volatile, unsichere, komplexe und ambivalente Welt.

Dominik Maier, Agilitätspraktiker der auf Innovationsmanagement und agile Geschäftsentwicklung spezialisierten Unternehmensberatung Orange Hills, hielt einen Impuls zu den Anforderungen an Führung in der agilen Organisation. Nach seinen Ausführungen wurde klar, dass die bewegliche Organisation mehr als weniger Führung braucht – jedoch mit einer erheblichen Veränderung der Führungsrolle.

Stephanie Mittnacht, HR-Managerin bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, begleitet ihre Organisation in der Transformation zu agilem Projektvorgehen. Sie berichtete, wie ein agiles Learning Design eine gangbare Alternative zum klassischen Schulungskonzept darstellt und Lernpfade genau die Wege sind, die in die Zukunft führen. Hier wurde klar, welche Veränderungen nötig sind, um eine bewegliche Lernorganisation zu formen, die bei veränderten Anforderungen ebenso agieren wie reagieren kann.

Die Agilitäts-Werkstatt ermöglichte den Teilnehmenden das agile Arbeiten hautnah. So konnten sie sich in wechselnden Gruppen mit verschiedenen Fragestellungen und Sichtweisen auseinandersetzen: Welche Anforderungen stellt Agilität an die Organisation, an die Führung, an Teams und den Einzelnen.

Für agile Organisation – ob nun Unternehmen oder Bildungseinrichtungen – gibt es kein präzises Rezept, so das Resümee. Doch es gibt Erfolgsfaktoren: Konsequent die Wertschöpfungskette vom Kunden aus denken, die Umsetzung in selbstorganisierenden und selbstverantwortlichen Teams, flache und durchlässige Hierarchien, Netzwerkstrukturen, eine Vertrauenskultur und agile Formen der internen Kommunikation, denn Kommunikation ist das stabilisierende Element in der beweglichen Organisation.