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Ausbildung von Geflüchteten

03.02.2017
Wichtiges Zukunftsthema

Ein Jahr nach dem Start des Förderprogramms „Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Flüchtlinge“ des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg fand in Stuttgart ein öffentlicher Fachtag zum Thema statt. Für Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut ist die Ausbildung von Geflüchteten ein wichtiges Zukunftsthema. Zugleich zog sie eine positive Zwischenbilanz des „Kümmerer-Programms“.

„Die Ausbildung von Geflüchteten ist ein wichtiges Zukunftsthema, weil sich hier gesellschaftliche Integration und Fachkräftesicherung verbinden. Viele Betriebe suchen dringend Auszubildende und viele Flüchtlinge sind hoch motiviert, in Baden-Württemberg einen Beruf zu erlernen“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

 

Ausbildung von Geflüchteten ist ein wichtiges Zukunftsthema

Zum Start des vergangenen Ausbildungsjahrs blieben im Südwesten über 7.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Knapp 700 Auszubildende mit Nationalität aus den wichtigsten Fluchtherkunftsländern haben zuletzt eine Ausbildung begonnen. Mit einem vierstufigen Konzept zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung verfolgt das Wirtschaftsministerium das Ziel, alle beteiligten Akteure und Institutionen bzw. deren Angebote systematisch zu verzahnen. Die vier Konzeptstufen „Sprachförderung“, „Berufsorientierung und Ausbildungsvorbereitung“, „Betreuung und Vermittlung in Ausbildung“ sowie „Stabilisierung von Ausbildungsverhältnissen“ werden eng miteinander verknüpft. Die Förderangebote des Wirtschaftsministeriums reichen von der Berufsorientierung über die Vermittlung in Ausbildung bis zu stabilisierender Unterstützung während der Ausbildung.

 

Positive Zwischenbilanz des „Kümmerer-Programms“

Eine positive Zwischenbilanz zog die Wirtschaftsministerin zum so genannten „Kümmerer-Förderprogramm“: „Mit unseren regionalen Kümmerern bieten wir in Baden-Württemberg flächendeckend Ansprechpartner für die Unternehmen und intensive Unterstützung für ausbildungsinteressierte Geflüchtete an. Damit sind wir bundesweit Vorreiter und sehen schon erfreuliche Erfolge.“ In den ersten neun Monaten des Förderprogramms wurden bereits über 900 Geflüchtete begleitet und auf dem Weg in die Ausbildung unterstützt . Insgesamt kamen durch das Kümmerer-Programm bislang über 620 Vermittlungen in Ausbildung oder ausbildungsvorbereitende Praktika zustande. „Rund 150 Geflüchtete haben durch unser Kümmerer-Programm bereits im Herbst eine Ausbildung begonnen. Das ist ein guter Anfang und ich bin optimistisch, dass die Zahl zum nächsten Ausbildungsjahr steigen wird, wenn sich die Sprachkenntnisse der Neuzugewanderten verbessern.“

Auch der Informationsbedarf rund um die Ausbildung von Geflüchteten ist groß, in etwa 2.400 Beratungsgesprächen wurden bislang über 700 Betriebe rund um das Thema Ausbildung von Geflüchteten durch die Kümmerer des Wirtschaftsministeriums beraten. „Mit der Ausbildung von Geflüchteten hängen für die Betriebe viele Fragen zusammen. Vom Aufenthaltsstatus bis zu Unterstützungsmöglichkeiten während der Ausbildung. Hier sind unsere Kümmerer kompetente und stark nachgefragte Ansprechpartner. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen nehmen die Beratung und Unterstützung in Anspruch“, so Hoffmeister-Kraut.

Bei der Veranstaltung wurden Chancen und Herausforderungen der Integration von Geflüchteten in Ausbildung aus unterschiedlichen Perspektiven behandelt. Dazu trugen ein Fachvortrag, verschiedene Praxisinterviews und eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landespolitik, Arbeitsverwaltung, Wirtschaftsorganisationen und Gewerkschaften bei. „Das Engagement und die Motivation der beteiligten Ausbilderinnen und Lehrkräfte, unserer Kümmerer und Ausbildungsbegleiterinnen und nicht zuletzt der geflüchteten Azubis selbst sind bemerkenswert. Die heutigen Gespräche und Einblicke in die Praxis zeigen, wie Integration in Ausbildung gelingen kann: indem alle Hand in Hand arbeiten. Das gilt ganz besonders für die Ausbildung im Betrieb. Wo Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten zusammen arbeiten und voneinander lernen, da werden Fachkräfte ausgebildet und Integration gelebt“, resümierte die Ministerin.

 

Weitere Informationen

Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Flüchtlinge (Kümmerer-Programm):
Flächendeckend besteht in allen Regionen des Landes ein Netz von so genannten „Kümmerern“. Die 47 Kümmerer und Kümmerinnen vermitteln jungen Flüchtlingen mit Bleibeperspektive, die das entsprechende Sprachniveau mitbringen, Praktikums- und Ausbildungsplätze, betreuen sie dort und sind Ansprechpartner/-in für die Betriebe.

Pro Beruf – Berufserprobung für Flüchtlinge
Mit dem aus Bundesmitteln finanzierten Förderprogramm „Pro Beruf – Berufserprobung für Flüchtlinge in überbetrieblichen Bildungsstätten“ werden Flüchtlinge bei der Berufsorientierung unterstützt. Junge Flüchtlinge können sich in überbetrieblichen Bildungsstätten in drei Berufen praktisch erproben. Sie erhalten zudem Informationen über das deutsche System der Berufsausbildung und die Anforderungen und Werte der Arbeitswelt. Im Jahr 2016 haben in Baden-Württemberg bereits über 600 Jugendliche mit Fluchtgeschichte das Angebot wahrgenommen.

Quelle: baden-wuerttemberg.de