Die richtige Einstellung

Der Lernerfolg hängt nicht nur davon ab, wie gut Ihnen ein Dozent den Stoff präsentiert oder wie intelligent Sie sind. Ebenso wichtig ist Ihre persönliche Einstellung zum Lernen. Machen Sie sich von Anfang an klar, was Sie mit dem Besuch einer Fortbildungsveranstaltung erreichen wollen bzw. können. Denken Sie aber auch daran, dass kaum jemand eine Fortbildung „mit links“ absolviert. Versetzen Sie sich in folgende Situation: Sie haben in der letzten Unterrichtsstunde einige neue Begriffe gelernt, in dieser Woche versuchen Sie sich daran zu erinnern – aber nichts tut sich. Natürlich suchen Sie jetzt nach einer Erklärung. Die heißt dann oftmals:

  • es liegt am Alter (falsch! Neue Untersuchungen beweisen, dass die Lernfähigkeit nicht automatisch mit dem Alter abnimmt. Zwar geht die Geschwindigkeit mit der man Neues aufnimmt etwas zurück und das Abspeichern neuer Informationen dauert länger, dafür haben Sie aber eine große Menge an Erfahrungen. Dadurch ist es leichter Neues in bestimmten Zusammenhängen zu sehen.
  • Ich kann mir einfach nichts merken. (Mit anderen Lerntechniken kann es sehr wohl funktionieren.)
  • Das ganze interessiert mich eben nicht. (Haben Sie das Ziel aus einem beruflichen Zwang akzeptieren müssen? Vielleicht sperren Sie sich nur wegen des Zwangs? Halten Sie sich doch den Nutzen des Lehrgangs immer wieder vor Augen.)
  • Das ist alles viel zu schwer für mich. (Sind Ihre Maßstäbe zu hoch? Sie müssen nicht „Klassenbester“ sein. Der Maßstab sollte objektiv sein, wenn Sie sich nicht im Klaren sind, könnte evtl. auch der Dozent helfen zu einer realistischen Einschätzung Ihrer Fähigkeiten zu kommen um eine Über- oder Unterforderung zu verhindern.)

Oder: Es liegt überhaupt nicht an Ihnen. Vielleicht hatte Ihr Dozent einfach nur einen schlechten Tag und seine Erklärungen waren nicht nachvollziehbar.

Machen Sie sich aber auch von vornherein auf Rückschläge und Frustration gefasst. Ausdauer macht sich in diesen Situationen immer bezahlt.

  • Geben Sie sich auch Zeit zum Verstehen. Manchmal dauert es etwas, bis der „Groschen“ fällt.
  • Suchen Sie sich Ihren persönlichen „Erklärungsstil“. Das Denkmuster des Dozenten muss nicht mit Ihrem übereinstimmen.
  • Je mehr Interesse sie an dem Thema haben, desto leichter nehmen Sie die Informationen auf und behalten sie.

 

Die richtige Zeit zum Lernen

Die richtige Zeit zum Lernen

Ihr persönliches Leistungshoch und –tief ermitteln Sie mit Hilfe folgender Fragen:

  • Wann können Sie längere Zeit konzentriert arbeiten, zu welchen Zeiten „rutscht“ Ihnen regelmäßig die Aufmerksamkeit weg“
  • Wann finden  Sie für schwierige Aufgaben relativ leicht eine Lösung?
  • Wann quälen Sie sich mit vergleichbaren Problemen?
  • Wie lange sitzen Sie an einer Lerneinheit?
  • Wann passieren Ihnen die meisten Fehler?

Ihre ermittelten persönlichen Hochleistungszeiten müssen Sie mit den äußeren Einflüssen abstimmen:

  • Wie können Sie Ihre „Hochleistungszeiten“ in Ihren persönlichen Tagesablauf integrieren?
  • Zu welcher Zeit werden Sie regelmäßig „gestört“?
  • Welche Freizeitgewohnheiten haben Sie?
  • Welche verbindlichen Termine „stören“ Sie in der Best-Lernzeit?
  • Sind besondere Ereignisse absehbar?
  • Wann haben Sie die größte Ruhe zuhause?

 

Lernen zu Hause

  • Lassen Sie sich nicht stören (legen Sie Zeiten fest, in denen nichts dazwischen kommen kann, s.o.)
  • Machen Sie das Nacharbeiten zur Gewohnheit (auch wenn keine Hausaufgaben aufgegeben worden sind)
  • Stürzen Sie sich nicht kopfüber in die Hausaufgaben. Besser ist es, wenn die Mitschrift noch einmal durchgelesen und zusätzliches Material genutzt wird.
  • Vermeiden Sie unter Zeitdruck arbeiten zu müssen. Versuchen Sie innerhalb der beiden nach dem Kurs folgenden Tage Ihre Hausaufgaben zu erledigen oder den Stoff zu wiederholen.
  • Wenn es keine Hausaufgaben gibt, versuchen Sie selbst Übungsfelder zu finden.

 

Lernen während der Veranstaltung

  • Stellen Sie sich frühzeitig auf die Kurs-Situation ein
  • Beteiligen Sie sich so aktiv wie möglich am Unterricht
  • Machen Sie sich Notizen
  • Stellen Sie Fragen
  • Konzentrieren Sie sich auf den Stoff der Stunde (vor Beginn noch einmal die Mitschrift der vergangenen Stunde durchlesen)

 

Pausen

Konzentriertes Lernen ist nur über einen begrenzten Zeitraum hinweg möglich. Auch wenn Sie sich darüber hinaus zum „Dranbleiben“ zwingen – die Ergebnisse werden den Aufwand kaum rechtfertigen. Deshalb sollten Sie regelmäßige Pausen von vornherein einplanen:

Unterbrechung: von maximal einer Minute – zum Strukturieren der Gedankengänge

Kurzpause: von etwa 5 Minuten. Diese sollten Sie halbstündlich einlegen und dabei aufstehen und ein paar Schritte gehen.

Kaffeepause: von etwa 15 Minuten. Nach 2 Stunden Lernen sollten Sie völlig abschalten; z. B. mit Zeitung lesen oder mit einer Unterhaltung.

Erholungspause:
nach 3 bis 4 Stunden Arbeit ist Zeit für eine längere Unterbrechung, in der Sie sich erholen.

Diese Zeiten sind Richtwerte, Ihre innere Uhr spielt dabei natürlich auch eine Rolle. Achten Sie auf die Signale, die Ihnen Ihr Körper gibt.

 

Fremdsprachen lernen

Auch ohne einen Kurs gebucht zu haben, kann man etwas für die Verbesserung seiner Fremdsprachenkenntnisse tun:

  • TV: immer mal wieder die Nachrichten ausländischer Sender ansehen
  • Internet:  die Online-Ausgaben führender Zeitungen wie beispielsweise der Times oder Le Monde lesen
  • Internet: kostenlose Newsletter von ausländischen Tageszeitungen abonnieren. Dadurch werden Sie daran erinnert, öfter einen fremdsprachigen Text zu lesen. 
  • Internet: LanguageGuide.org - kostenloses Hilfsmittel mit integrierten Sprachelementen zum Sprachenlernen. Es wird in Zusammenarbeit mit Freiwilligen entwickelt und von Language Guide, einem registrierten gemeinnützigen Verband, gefördert.

 

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