Einführung in den Personzentrierten Kommunikations- und Beratungsansatz

Kurs-ID 2020
Datum 18.05.2023 bis 13.07.2023
Dauer 5 Tage (50 Std. à 45 Min.)
Unterrichtszeiten freitags, 09.30 -19.15, samstags, 09.30 - 19.15
Kosten 1.080,00 €
Zielgruppe jedermann/frau
Unterrichtsform Blockunterricht
Voraussetzung keine
Abschluss Bei einer evtl. Fortführung der Ausbildung in Personzentrierter Beratung/Grundstufe/ GwG (2 Jahre be
Präsenzkurs Dieser Kurs findet ausschließlich als Anwesenheitsveranstaltung statt.
mind. Teilnehmerzahl 5
max. Teilnehmerzahl 10
Dozent Dr. Dorothea Kunze-Pletat
spezielles Angebot für Dozenten Nein.
Veranstaltungsort
 
facilitate
Tulpenstraße 6
71093 Weil im Schönbuch

 

AbendkursBildungsgutscheinBarierrefreier Zugang
NeinJaJa

 

Beschreibung
Diese 5-tägige Fortbildung gibt – berufsgruppenübergreifend - einen praktischen - theoretisch fundierten - Einblick in die Personzentrierte Kommunikations- und Beratungspsychologie.

Der Personzentrierte Ansatz
- stellt den Menschen in den Mittelpunkt und vertraut auf seine
Fähigkeiten
- verzichtet daher bewusst auf »Experten-Besserwisserei«,
Anweisungen, Techniken und »Rezepte«
- ist ein Weg, in der Beziehung von Person zu Person Hilfe
anzubieten

Carl Rogers (1902-1987), Begründer des Personzentrierten Ansatzes, setzte einen bis heute revolutionären Impuls für Denken und Handeln im zwischenmenschlichen Bereich:
- Keiner weiß besser, was ihm gut tut und für ihn notwendig ist,
als der Betroffene selbst.
- Klienten/-innen können durch Methoden und Techniken nicht
nachhaltig beeinflusst werden.
- Lösungsstrategien, die auf linearen Ursache- Wirkungs-
mechanismen, Input-Output- Denkmodellen beruhen, sind nicht
wirksam.

Er war einer der ersten, der solche Strategien schon in den 50ziger Jahren widerlegte und sie als realitätsfern und illusionär betrachtete.

Carl Rogers formulierte die notwendigen und hinreichenden psychologischen Bedingungen für die zwischenmenschliche Beziehung, um eine konstruktive Entwicklung von Individuen, Paaren, Familien, Kindern und Jugendlichen, Gruppen und Organisationen in Gang zu setzen.
Nach Personzentrierter Auffassung geschieht Persönlichkeitsentwicklung, Veränderung und persönliche Problemlösung - selbstorganisiert - in der Beziehung von Person zu Person:
Jedem Menschen ist die Fähigkeit angeboren, sich konstruktiv zu entwickeln und Probleme eigenverantwortlich zu lösen, wenn seine Ressourcen und Potenziale erkannt und unterstützt werden. Solch förderliche Unterstützung ist nur möglich, wenn die Person sich in Beziehungen erfahren kann, in denen sie sie selbst sein, sich selbst entdecken, entwickeln und steuern kann – d.h. wenn spezifische Personzentrierte Grundprinzipien verwirklicht werden:

- in die angeborene Aktualisierungstendenz jedes Menschen zu
vertrauen, denn: jede/-r strebt (intuitiv) danach, der/die „zu
werden, der/die man/frau ist“.

- dem Anderen als authentische und feinfühlige Person – „von
Mensch zu Mensch“ zu begegnen, d.h. den Anderen nicht als
Experten mit Methoden oder Techniken zu „behandeln“

- den Anderen als eigenständiges Individuum in seinem
emotionalen Erleben bedingungsfrei wertzuschätzen

- die subjektive Wirklichkeit der anderen Person kognitiv und
emotional zu verstehen ohne sie zu bewerten und zu
beurteilen.

Die Personzentrierten Grundprinzipien formulierte Rogers sehr bewusst auf einem hohen Abstraktionsniveau, um rezepthaftem Vorgehen vorzubeugen.

Dies bedeutet aber auch, dass Interventionsformen in den vielfältigen, unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, wie z.B.:
- in der Pädagogik (Vorschul-, Schul- und
Erwachsenenpädagogik)
- in der psychosozialen Beratung (vielfältige Formen der
sozialen Einzelhilfe, psychologische Paar- und
Familienberatung)
- in der organisationspsychologischen Beratung (Coaching,
Supervision, Personal-, Team- und Organisationsentwicklung)
jeweils prozessorientiert unterschiedlich anzuwenden sind.

Die Verwirklichung der Personzentrierten Grundprinzipien ist daher die wesentliche Bedingung für professionelle Beratung und Psychotherapie, während spezifische Techniken und Methoden als „Kanal“ dienen können, um diese Bedingung zu kommunizieren.

Personzentrierte Arbeit ist erlebens-, prozess- und begegnungsorientiert:
Sie unterstützt Klienten/-innen kognitiv und emotional
- sich mit ihrem Problemerleben,
- sich mit selbst als Person (innere Erlebenswelt) und
- sich mit dem eigenen Verhalten in privaten und beruflichen
Kontexten (zwischen-menschliche Erlebenswelt)
konstruktiv auseinanderzusetzen. Dabei werden die eigenen Ressourcen, Interessen, Gefühle und Motive der Klienten/-innen mit einbezogen. Das unmittelbare gegenwärtige Erleben eines Problems und das Verstehen des Sinns ist ein wichtiger Veränderungsfaktor, der nachhaltig wirkt und Klienten hilft, Probleme künftig selbst zu lösen.

Der Personzentrierte Ansatz ist gestaltpsychologisch und feldtheoretisch – d.h. in moderner Sprache ausgedrückt – systemisch konzipiert.
Die Wirksamkeit des Personzentrierten Vorgehens ist durch umfangreiche empirische Forschung belegt – es ist eine der besterforschten sozialpsychologischen Konzeptionen, die auch andere Verfahren wesentlich beeinflusst hat.
C.R. Rogers gilt als Pionier der empirischen Beratungs- und Psychotherapieforschung.

Fortbildungsinhalte:
- Beratungspsychologische Bedingungen für Veränderung
- Gestalten eines angstfreien psychologischen Gesprächsklimas
- Erfahren von förderlichen und hinderlichen
Beziehungsbotschaften – Wirkung des Gesprächsverhaltens
- Wahrnehmen von Potenzialen, Ressourcen
- Umgang mit Gefühlen und Erlebensweisen
- Sensibleres Wahrnehmen verschiedener
- Kommunikationskanäle: Wortwahl, Tonfall, Sprechtempo,
Sprechpausen, Mimik, Gestik, Körperreaktionen, etc.
- Empathisches Reagieren: Inhaltliche wie emotionale Aspekte
einer Aussage verstehen, Botschaften zwischen den Zeilen
hören und in Worte fassen, Psychologie des Fragenstellens
und des sachlichen Informierens
- Personzentrierte Moderation eines Problemlösungsgesprächs
Balance zwischen Prozessorientierung und Strukturierung
Transfer in das eigene Arbeitsfeld
- Selbsterfahrung zur Förderung der Selbst- und
Fremdwahrnehmung

Zentrales Grundprinzip Personzentrierter Bildung ist selbsterfahrungsorientiertes, in Beziehungen reflektiertes Lernen. Schwerpunkt der Fortbildung ist die Praxis, d.h. die Personzentrierte Theorie wird überwiegend anhand praktischer Beispiele der Teilnehmenden erarbeitet.

Die Fortbildung wird von GwG-autorisierten Ausbilderinnen in Personzentrierter Beratung durchgeführt.

Bei einer evtl. Fortführung der Ausbildung in Personzentrierter Beratung/Grundstufe/ GwG (2 Jahre berufsbegleitend - 390 Stunden) können die 50 Std. des Einführungskurses angerechnet werden.

 

Schlagworte
beratung, kommunikation, persoenlichkeitsentwicklung, kommunikationskompetenz, kollegiale beratung

 

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