Zur Situation der politischen Bildung
Politische Bildung kämpft mit besonderen Schwierigkeiten: Das Image der politischen Bildung ist - weitgehend ohne ihr eigenes Verschulden - verbesserungswürdig. Vor allem die wahrgenommene Politik (Glaubwürdigkeit der handelnden Personen, Erscheinungsbild in den Medien, Politikerverdrossenheit u.a.) und oft leidvolle Erfahrungen in der Schulzeit sorgen dafür, dass das Etikett "politische Bildung" häufig eher abschreckende als motivierende Wirkung besitzt.
Zudem konkurriert politische Bildung mit zahlreichen anderen Angeboten um das knappe Freizeitbudget, und sie zielt auf den "mündigen Bürger" und nicht auf zahlende Kunden, hat also nicht die Chance, aufwendige Öffentlichkeitsarbeit zu finanzieren.
In einer Zeit, die immer weitere Lebensbereiche reinen Rationalitäts- und Nützlichkeitserwägungen unterwirft, und in der die Ökonomisierung – auch – der Weiterbildung fortschreitet, erscheint politische Bildung deshalb häufig weit eher als Kostenfaktor denn als Investition in eine zukunftsfähige Demokratie. Das könnte fatale Folgen für die Lebendigkeit und Belastbarkeit unserer Demokratie haben. Damit die politische Bildung Ihre Aufgaben auch zukünftig flächendeckend, kontinuierlich und in der notwendigen Qualität wahrnehmen können, ist eine verlässliche und angemessene Finanzierung der politischen Bildungsarbeit durch den Staat, die Länder und die Kommunen unabdingbar.










