Gesellschaftlicher Modernisierungsprozess
Der gesellschaftliche Modernisierungsprozess stellt neue und tendenziell höhere Anforderungen an die Lebensgestaltung des Einzelnen und damit auch der Familien. Diese haben als soziale Lebensform in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine starke Pluralisierung erfahren. Zusätzlich zu der Kernfamilie kamen verschiedene weitere Familienformen, wie etwa Lebensgemeinschaften, Einelternfamilien oder Stieffamilien, besser bekannt als Patchworkfamilien, hinzu. Obwohl die neuen Familienformen in der Zwischenzeit weitgehend anerkannt sind, kommt es dennoch für die gemischte Familie zu verschiedenen rechtlichen, praktischen und persönlichen Schwierigkeiten mit viel Regelungs- und Verhandlungsbedarf z.B. im Bereich des Adoptionsrechts, Sorgerechts, des Umgangsrechts für außerhalb der Familie lebende Elternteile, der Namensregelungen und des gesellschaftlichen Ansehens der Familie und der Familienmitglieder.
Der gesellschaftliche Druck auf die Familien, und zwar gleichermaßen auf Eltern und Kinder, wächst spürbar: Zunehmend schwieriger werdende ökonomische Verhältnisse bei sich wandelnden Wertvorstellungen lassen Elternschaft und Kindererziehung heute vielfach zum Luxus oder zur Last werden. Die Angst vor Arbeitslosigkeit bei fehlenden Ausbildungsplätzen und attraktiven beruflichen Perspektiven führt zu wachsendem Leistungsdruck auf Kinder und Jugendliche. Die Zunahme schulischer Probleme u. a. durch soziale oder kulturelle Benachteiligung, die Entwicklung neuer, den Eltern vielfach fremder medialer Welten, sich häufende Berichte über Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, aber auch Gewalt von Jugendlichen, sind nur einige weitere Problemfelder, denen Eltern oftmals genauso ratlos gegenüberstehen wie Erzieher/innen, Lehrer/innen und nicht zuletzt auch Politik und Wissenschaft.










