Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt

Eine demokratische Gesellschaft ist nur so stark und lebendig wie das Engagement und die kritische Loyalität ihrer Bürgerinnen und Bürger: Eine engagierte Bürgerschaft und die Bereitschaft, für die Gemeinschaft oder für bestimmte Aufgaben Verantwortung zu übernehmen, sind die Grundlagen einer funktionsfähigen Gesellschaft.

Was ist das eigentlich: "Ehrenamt" oder "bürgerschaftliches Engagement"?


In der Diskussion über die Zukunftsfähigkeit unserer Demokratie spielen Begriffe wie

  • Bürgergesellschaft, Zivilgesellschaft
  • Bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt, Freiwilligenarbeit
  • Gemeinwesenarbeit u.a.

eine immer wichtigere Rolle – wesentlich verursacht durch strukturelle Probleme (demografische Entwicklung, Krise der öffentlichen Finanzen und der Sozialsysteme), aber auch durch Legitimationsdefizite (Stichworte: Generationenkonflikte, „Politikerverdrossenheit“). Das alles erfordert neue Strategien und Steuerungsinstrumente, und mit den verschiedenen Formen ehrenamtlicher Tätigkeit werden hoffnungsvolle Perspektiven verbunden (siehe dazu: die Ziele des bürgerschaftlichen Engagements).

Zum Begriff:

In den meisten Veröffentlichungen der letzten Jahre hat sich der Begriff „bürgerschaftliches Engagement“ durchgesetzt für ehrenamtliche Aktivitäten, die sich durch folgende Merkmale auszeichnen:

  1. Freiwilligkeit der Beteiligung;

  2. Gemeinwohlorientierung;

  3. In der Regel: Verankerung auf örtlicher Ebene und in der konkreten Lebenswelt der Beteiligten;

  4. Nicht auf materiellen Gewinn ausgerichtet.

Um den Begriff nicht überzustrapazieren, sollte nicht als bürgerschaftliches Engagement bewertet werden, was im Rahmen staatlicher Dienstleistungen, privatwirtschaftlicher Angebote, professioneller Verbandsarbeiten oder auch als normale Familien- oder Nachbarschaftshilfe erledigt wird.