Technik und Naturwissenschaft

Noch immer arbeiten Frauen überwiegend in Berufen mit geringerer Bezahlung und schlechteren Aufstiegsmöglichkeiten. Der Frauenanteil in den zukunftsträchtigen MINT- Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) in Baden-Württemberg liegt gerade mal bei 15 Prozent.

Dies verwundert nicht, wollen doch immer noch die meisten Mädchen Bürokauffrau, Arzthelferin, Kauffrau im Einzelhandel oder Friseurin werden. 

Auch an den Hochschulen im Land entscheiden sich die meisten Frauen für ein sprach- oder kulturwissenschaftliches Studium. Nur 26 % der Studienanfängerinnen entschieden sich im Wintersemester 2008/2009 für einen der MINT-Studiengänge. Unter den MINT-Fächern werden Mathematik und Biologie schon seit Jahren häufig von weiblichen Studienanfängern gewählt und weisen mittlerweile einen Frauenanteil von 60 bzw. 69 % vor. Dieser liegt bei den Fächern Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik hingegen nur bei 10-12 %. Es ist also nicht so, dass Frauen generell den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften abgeneigt sind, sondern sie haben ihre eindeutigen Favoriten.

Aber selbst wenn sich junge Frauen und Mädchen für einen männerdominierten Beruf entscheiden, haben sie deutlich schlechtere Karten als ihre männlichen Kollegen, so sind Naturwissenschaftlerinnen über alle Fächer hinweg häufiger arbeitslos als gleich qualifizierte Männer. 

Aber trotz der großen geschlechtsspezifischen Unterschiede und der Situation in den Naturwissenschaften sind die Berufsaussichten für Frauen im MINT-Bereich in Baden- Württemberg allgemein sehr gut. Denn für die MINT-Berufe insgesamt gilt, dass der Arbeitslosenquotient der Frauen niedriger ist als die allgemeine Frauenarbeitslosenquote.

Und auch im technischen Bereich sind Führungspositionen hauptsächlich von Männern besetzt. Zudem ist auffällig, dass viele Frauen nur über eine abgeschlossene Lehrausbildung verfügen, während die meisten Männer eine Meister- und Technikerausbildung oder aber ein technisches Studium erfolgreich abgeschlossen haben.


Im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft ist sowohl die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung“ sowie die Initiative „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ angesiedelt. Beide Initiativen haben das Ziel mehr Mädchen für technische Berufe zu motivieren und diejenigen, die sich für einen der MINT-Berufe entschieden haben, zu begleiten und zu unterstützen, um die Arbeitsmarktchancen für Frauen in zukunftsweisenden technologischen und naturwissenschaftlichen Branchen zu verbessern.