Förderprogramm

1.154 ESF-geförderte Vorhaben gingen 2009 an den Start
Arbeitsministerin Dr. Monika Stolz: Über 60.000 Frauen und Männer nahmen an Projekten des ESF-geförderten Arbeitsmarktprogramms des Landes teil
244 Projekte sollen die Chancen der nachwachsenden Generation erhöhen
18.08.2010„Wir haben zwar aktuell wieder eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt“, erklärte Arbeitsministerin Dr. Monika Stolz am Mittwoch (18.8.), „dennoch gibt es einiges zu tun. Eine dauerhafte Aufgabe von Bund, Bundesagentur für Arbeit, Land und Kommunen, ist es, gemeinsam konkrete Hilfen für Arbeitssuchende anzubieten und möglichst passgenau fortzuentwickeln“, sagte die Ministerin anlässlich der Vorlage des Jahresdurchführungsberichts über die ESF‑Förderung 2009. Mit den Projektmitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) ist es – ergänzend zum „normalen“ Förderinstrumentarium der Arbeitsagenturen – dem Land möglich, von Arbeitslosigkeit bedrohte oder betroffene Menschen über Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte für ihre weitere Beschäftigung fit zu machen. Die ESF-Mittel stehen deshalb im Land in erster Linie zur Bekämpfung und Verhinderung der Langzeitarbeitslosigkeit und der Jugendarbeitslosigkeit zur Verfügung“, erklärte Stolz.
1.154 ESF geförderte Vorhaben gingen 2009 an den Start. Der Großteil der Vorhaben (750) diente der Steigerung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen. 244 Projekte sollen die Chancen der nachwachsenden Generation erhöhen, die Weiterbildung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels verbessern und die Innovationsfähigkeit von Beschäftigten und Wissenstransfer steigern. Mit 160 Vorhaben im Jahr 2009 soll der Zugang zu Beschäftigung sowie die sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen verbessert werden. Die Ministerin sagte: „Gegenüber 2008 hat sich die Förderung im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Insgesamt wurden über 85 Millionen Euro Gesamtausgaben geltend gemacht. 2008 waren es noch rund 76 Millionen Euro.“ In der gesamten Förderperiode 2007 bis 2013 kann Baden-Württemberg mit etwa 266 Millionen Euro aus Mitteln des ESF rechnen. „Rechnerisch haben wir jetzt Halbzeit“, erklärte Stolz. „125,5 Millionen Euro sind bereits in Projektbewilligungen gebunden. Damit liegen wir mit der Förderung in unseren Planungen.“
Über 60.000 Teilnehmer verzeichnen im vergangenen Jahr die ESF-Maßnahmen. Etwa die Hälfte (43%) waren Frauen. Die meisten Teilnehmer – rund 24 000 – sind bei Projekten, die die Chancen der nachwachsenden Generationen erhöhen und die Weiterbildung steigern sollen, zu verzeichnen. „56 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren vor Beginn der Maßnahmen unter 25 Jahren. Das entspricht genau unserer Zielsetzung“, so die Ministerin. „Wir nehmen aber auch besonders Benachteilige auf dem Arbeitsmarkt in unseren Fokus. Von den rund 60.000 Teilnehmern waren 11.397 vor Beginn der Maßnahme arbeitslos. 5.772 waren sogar langzeitarbeitslos“, schilderte die Ministerin.
Ein positives erstes Fazit zog die Ministerin auch für die 22 zentralen Landesprojekte. Diese haben in der Regel eine dreijährige Laufzeit. Als Beispiel führte die Ministerin das Berufspraktische Jahr (BPJ) an, „ein erfolgreiches Kooperationsmodell mit der baden-württembergischen Wirtschaft zur beruflichen Eingliederung schwer vermittelbarer arbeitsloser junger Menschen.“ 479 junge Frauen (52%) und 450 junge Männer (48%) nahmen 2009 an einem Betriebspraktikum teil, 85 Prozent von ihnen konnten in Ausbildung, Arbeit, Schule oder in ein weiterführendes Bildungsangebot vermittelt werden. Auch im Rahmen des Förderprogramms „Akku II“ werden zentrale Landesprojekte zur Verhinderung der Jugendarbeitslosigkeit gefördert. „Mit dieser Offensive wollen wir die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen verbessern“, erklärte Stolz. „Bei dem Projekt „ROBOcamps“ der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg geht es beispielsweise darum, vor allem bei Mädchen das Interesse für technische Berufe zu wecken beziehungsweise zu steigern. Das vom Fraunhofer Institut entwickelte Konzept Roberta® nutzt die Faszination von Robotern, um Naturwissenschaften, Technik und Informatik spannend und praxisnah zu vermitteln“, erläuterte die Ministerin.







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